Dinosaurier-Sterben durch Vulkanausbruch?
Für das Aussterben der Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren könnte ein lang
anhaltender, untermeerischer Vulkanausbruch im Indischen Ozean
mitverantwortlich sein. Diese These äußerten jetzt Geologen der Universität
Princeton auf einer Fachtagung in Cardiff. Die US-Forscher um Gerta Keller
berufen sich auf mikroskopisch kleine Fossilien, die sie bei Bohrungen im
Meeresgrund zutage gefördert hatten.
Demnach soll es einige Millionen Jahre vor dem endgültigen Verschwinden der
Saurier einen massiven Ausbruch des Vulkans gegeben haben. Aus dem Erdmantel
seien große Mengen Asche und Lava Tausende Kilometer weit geschleudert
worden, errechneten die Forscher. Der Vulkan könnte innerhalb von ein bis
zwei Millionen Jahren über eine Million Kubikkilometer Lava ausgespien
haben.
"Wenn es die Ausbrüche aus dem Erdmantel nicht gegeben hätte, wären die
Säugetiere nicht zu dominierender Stärke gewachsen und die Menschheit gäbe
es heute möglicherweise gar nicht", schätzt Andrew Kerr, Veranstalter der
Fachtagung an der Universität Cardiff.
Möglicherweise läutete die vulkanische Lava das Sauriersterben ein, das dann
mit dem Meteoriten-Einschlag auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan einige
Zeit später seinen Höhepunkt erreichte.
Diese Thesen sind allerdings nicht unumstritten. "Erstaunlicherweise gibt es
unter Geowissenschaftlern eine Minderheit, die die Existenz der
Erdmantel-Lava grundsätzlich bezweifelt", weiß Kerr. Seine Tagung solle
deshalb Geologen, Petrologen und Paläontologen wieder an einen Tisch bringen
und eine sachliche Diskussion der Befunde ermöglichen.
|
Quelle: Cardiff University, 10.9.2003
Forschung: Gerta Keller, Princeton University
Surftipp:
Paleontology at Geosciences, Princeton University
|