Dino-Sterben innerhalb von Stunden?
Die These ist nicht unumstritten, aber populär: Der Einschlag eines Asteroiden auf der
mexikanischen Halbinsel Yucatan soll vor 65 Millionen Jahren das Aussterben der Dinosaurier
eingeleitet haben. Eine Gruppe amerikanischer Geologen glaubt sogar, das Massensterben habe
sich innerhalb weniger Stunden vollzogen. Verantwortlich sei die Wucht der Detonation gewesen.
Der einschlagende Asteroid habe die Kraft von 100 Millionen Megatonnnen TNT besessen, schreiben
die Forscher um Doug Robertson von der University of Colorado at Boulder im "Bulletin of the
Geological Society of America". Eine Feuerwelle sei infolge des Einschlags blitzartig um
die ganze Welt gelaufen.
"Die Bewegungsenergie der versprengten Materie wandelte sich in Hitze - genug, um den
blauen Himmel für Stunden in eine Flammenhölle zu verwandeln", sagt Robertson. Davon
lege die dünne Schicht geschmolzenen Gesteins Zeugnis ab, die sich überall auf der
Welt finde.
Diese These ist generell nicht neu. Robertsons Team glaubt aber auch schlüssig erklären
zu können, warum viele Tierarten - darunter zahlreiche auf dem Land lebenden Wirbeltiere -
die Katastrophe überlebten. Nach Meinung der Forscher hatten jene Arten die besten
Überlebenschancen, die in Erdlöchern und kleinen Höhlen Zuflucht finden oder ins Wasser
abtauchen konnten: Säugetiere, Vögel, Krokodile, Schlangen,Eidechsen, Schildkröten
und Amphibien.
Die fossilen Funde des frühen Tertiär belegten diese These, schreiben die Forscher.
Die Tierwelt sei von einem Tag auf den anderen mit einer völlig veränderten, unwirtlichen
Umwelt konfrontiert gewesen. Die künftige Forschung müsse sich stärker mit diesem Aspekt
des schlagartigen Wandels beschäftigen, meint Robertson.
|
Quelle: University of Colorado at Boulder, 24.5.2004
Forschung: Doug Robertson, Owen Toon, University of Colorado at Boulder, Malcolm McKenna, Jason Lillegraven,
University of Wyoming, Sylvia Hope, California Academy of Sciences; in "Bulletin of the Geological
Society of America", Vol. 116, No. 5, Mai 2004, pp 760-768
Surftipp:
Abstract im "Bulletin"
- Werbung -
|