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Längster Dinosaurier gekürzt

Um gut ein Drittel haben amerikanische und australische Paläontologen das wohl längste Lebewesen aller Zeiten gestutzt. Wie die Forscher auf einer Fachtagung in Denver berichten, lagen die wenigen gefundenen Schwanzwirbel von Seismosaurus wohl deutlich näher am Schwanzansatz als bislang vermutet. Damit ergebe sich eine Körperlänge von "lediglich" 33 Metern statt den mitunter genannten 52 Metern.

"Letzten Endes ist es sehr, sehr schwierig, die Körperlänge eines Dinosauriers anhand vereinzelter Knochen zu schätzen", betont Spencer Lucas vom New Mexico Museum of Natural History and Science, Albuquerque. Das gelte umso mehr, als von Seismosaurus hallorum bislang nur ein Exemplar entdeckt worden sei, bestehend aus einigen Rückenwirbeln und Rippen, Teilen von Becken und Kreuzbein sowie gut 20 Schwanzwirbeln.

Um die Platzierung dieser Schwanzwirbel zu überprüfen, nahmen sich Lucas und seine Kollegen Diplodocus, einen kleineren, ähnlich gebauten Verwandten der erderschütternden Echse zum Vorbild. Ihr Vergleich der Wirbel-Proportionen lässt vermuten, dass es sich bei den Schwanzwirbeln 20 bis 27 tatsächlich um die Wirbel 12 bis 19 handelt - deutlich näher am Rumpf des massigen Sauropoden gelegen.

"Ein eher begründbarer Schätzwert ist 33 Meter", so Lucas. Seiner Meinung nach hat Seismosaurus damit aber weit mehr eingebüßt als 19 Meter. Die neuen Resultate bekräftigten den Verdacht, dass es sich bei dem Riesen nicht um eine eigene Gattung handle, sondern um einen großen Vertreter der Gattung Diplodocus. Statt Seismosaurus hallorum solle man besser von Diplodocus hallorum sprechen, so der Forscher. Allerdings vermutet er, dass der beeindruckende Name als eine Art "Künstlername" erhalten bleiben wird.

Text: Carsten Meinke /JKM

8.11.2004
Forschung: Spencer G. Lucas, Adrian P. Hunt und Andrew B. Heckert, New Mexico Museum of Natural History and Science, Albuquerque; und andere; präsentiert auf dem Annual Meeting of the Geological Society of America, Denver

Surftipps:
Seismosaurus
New Mexico Museum of Natural History and Science



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© 2004 by Stefan Jacobasch

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