Neuer Titanosaurier identifiziert
Einen bisher unbekannten Dinosaurier aus der Familie der Titanosauriden haben zwei amerikanische
Forscherinnen identifiziert. Das fast vollständige Skelett eines jungen Tieres sowie der Schädel
eines erwachsenen Sauriers wurden bereits 1995 von US-Forschern auf Madagaskar entdeckt. Sie konnten
aber erst jetzt richtig eingeordnet werden, berichten Kristina Curry Rogers und Catherine A. Forster
im Magazin "Nature". Der Fund ist spektakulär, weil mit ihm erstmals ein vollständiger Schädel eines
Titanosauriden vorliegt. Während der Schädel an den Diplodocus erinnert, liefert der Körperbau Hinweise,
die eine Verwandtschaft mit den Brachiosauriden nahe legen.
Die Titanosauriden stellen die letzte Familie der Sauropoden, der langhalsigen Pflanzenfresser.
Sie lebten rund 80 Millionen Jahre lang bis zum Ende der Kreidezeit vor 65 Millionen Jahren.
Titanosaurier waren mit über 30 verschiedenen Familien auf der ganzen Welt verbreitet. Um so mehr
machte den Paläontologen zu schaffen, dass immer nur Bruchstücke entsprechender Fossilien gefunden
wurden.
Das jetzt identifizierte Exemplar ist dagegen bis auf einzelne Beinknochen und Wirbel zu 75 Prozent
erhalten. Es wird auf ein Alter von rund 70 Millionen Jahren geschätzt. Der junge Saurier, getauft
auf den Namen "Rapetosaurus krausei", ist etwa zehn Meter lang. Ein ausgewachsenes Exemplar hätte es
nach Schätzung der Forscher auf etwa 15 Meter gebracht.
Der zweite Schädel, der einem solchen erwachsenen Saurier zugeordnet wird, ist 40 Zentimeter lang.
Auffällig sind die Nüstern: Sie liegen nicht an der Spitze des Kopfes, sondern befanden sich vermutlich
weiter zurückgesetzt auf der Oberfläche des sehr lang gezogenen Schädels. Dieser weist somit große
Ähnlichkeiten mit dem Diplodocus auf, einer anderen Sauropoden-Familie.
Mit Hilfe des Schädels wollen die Forscherinnen außerdem zwei bisher umstrittene Saurier aus der Mongolei
den Titanosauriden zuordnen können: Vom Nemegtosaurus und vom Quaesitosaurus sind nur die Schädel
erhalten, was ihre Einordnung bisher erschwerte.
Quelle: Nature, Vol. 412, No. 6846, 2.8.2001, pp 530-534
Forschung: Kristina Curry Rogers, Science Museum of Minnesota; Catherine A. Forster,
Department of Anatomical Sciences, Health Science Center, State University of New York
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