Saurierfund: Sinovenator war ferner Verwandter der Vögel
Chinesische Paläontologen haben einen neuen Dinosaurier indentifiziert, der möglicherweise
mit den Vögeln verwandt war. Der so genannte "Sinovenator changii" - auf deutsch
"chinesischer Jäger" - war ein Fleischfresser von höchstens einem Meter Länge. Von dem Tier
blieben einige Schädelknochen und Zähne, sowie Teile aus der Wirbelsäule und den Hüftknochen
erhalten.
Die Überreste stammen aus der mindestens 128 Millionen Jahre alten Yixian-Formation, in
der bereits zahlreiche Vogel-ähnliche Dinosaurier entdeckt worden waren. Zusammen mit
amerikanischen und kanadischen Kollegen stellen die Forscher um Xing Xu vom Institute
of Vertebrate Paleontology and Paleoanthropology, Beijing, den Fund im Magazin "Nature" vor.
Den Knochen nach muss Sinovenator zu den Troodontiden gezählt werden. Troodontiden waren aufrecht
gehende Fleischfresser mit langen vorderen Extremitäten und einem beweglichen Zeh mit
kleiner Kralle am Hinterfuß. Sie verfügten über ein auffällig großes Gehirn in einem
langen Schädel und besaßen eine enge Schnauze mit vielen kleinen Zähnen. Ein derartiger
Schädel zeichnet auch den neuen Fund aus.
Die Gruppe der Troodontiden gehört der Familie der Maniraptora an. Zu dieser Familie
werden neben den Coelurosauriern (z.B. Deinonychus, Velociraptor) auch die Vögel gerechnet.
Wegen ihrer vergleichsweise großen Gehirne werden die Maniraptora von der Forschung für die
intelligentesten Saurier gehalten. In dieser Familie entstand der aufwändige Nestbau, die
intensive Brutpflege und das Federkleid der späteren Vögel.
Wie nahe der Sinovenator den Vögeln kam, ist unklar. Die chinesischen Forscher gehen davon
aus, dass der Sinovenator gefiedert war und verweisen auf Ähnlichkeiten zum Urvogel
Archaeopteryx. Sie können aber keine fossilen Beweise vorlegen.
Quelle: Nature, 14.2.2002
Forschung: Xing Xu, Xiao-lin Wang, Institute of Vertebrate Paleontology and Paleoanthropology,
Chinese Academy of Sciences, Beijing; Mark A. Norell, American Museum of Natural History, New
York, Peter J. Makovicky, The Field Museum, Chicago; Xiao-chun Wu, Canadian Museum of Nature,
Ottawa; in Nature, Vol. 415, pp 780-784
Bild: Eine höchst phantasievolle, aber auch spekulative Rekonstruktion im Auftrag von
The Field Museum, Chicago.
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