Verursachte Lava ein Massensterben im Perm?
Vor etwa 250 Millionen Jahren sind rund 70 Prozent aller an Land lebenden Tiere und 90 Prozent aller Meereslebewesen
ausgestorben. Welche Ursache das Massensterben hat, darüber streiten Wissenschaftler seit langem. Ein Asteroiden-Einschlag
könnte ebenso in Frage kommen wie ein mächtiger Vulkanausbruch. Für die zweite Möglichkeit glauben britische und
russische Forscher jetzt neue Beweise gefunden zu haben.
Sie glauben den urzeitlichen Vulkan im heutigen Sibirien lokalisieren zu können. Vor 250 Millionen Jahren - am Ende des Perm -
lagen in der Region die aktivsten Vulkane der Erde. Das belegen bis heute Basaltgesteine, die aus einst dünnflüssiger Lava zur
so genannten Sibirischen Plattform erkalteten. Dieses Basaltgestein entdeckten die Geologen jetzt auch bei Bohrungen im
westsibirischen Becken - immerhin rund tausend Kilometer vom einstigen Vulkanzentrum entfernt.
Der Geologe Marc Reichow von der Universität Leicester und seine Kollegen folgern aus dem Fund, der Lavastrom sei breiter
und tiefer gewesen als bisher vermutet. Im Magazin "Science" präsentieren sie Berechnungen, nach denen die Lava 3,9 Millionen
Quadratkilometer Fläche bedeckte und 1,5 Kilometer tief gewesen sein könnte.
Dabei müssen riesige Mengen an Schwefel, Kohlendioxid und anderen Gasen freigesetzt worden sein. Diese könnten sowohl
das globale Massensterben in der Tierwelt als auch einen nachhaltigen Klimawandel ausgelöst haben, schreiben die Forscher.
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Quelle: Science, 7.6.2002
Forschung: Marc K. Reichow, Andrew D. Saunders, Rosalind V. White, Department of Geology, University of Leicester;
Malcolm S. Pringle, Scottish Universities Environmental Research Centre (SUERC); Alexander I. Al'Mukhamedov,
Alexander I. Medvedev, Institute of Geochemistry, Irkutsk; Nikolay P. Kirda, Institute of Geology Oil and Gas, Novosibirsk;
in Science, Vol. 296, No. 5574, pp 1846-1849
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