Dino-Sterben nach Kometenschwarm?
Das Ende der Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren wurde möglicherweise von einem ganzen Schwarm von Kometen
herbeigeführt. Bisher geht die Forschung mehrheitlich davon aus, ein einzelner Asteroid oder Komet, der auf der
mexikanischen Halbinsel Yucatan einschlug, habe das große Sterben in der Tier- und Pflanzenwelt zum Ende der
Kreidezeit ausgelöst. Die Neudatierung eines zweiten Einschlags nährt jetzt Zweifel an dieser Theorie.
Zwei Forscher berichten, der so genannte Boltysch-Krater in der Ukraine sei etwa genauso alt wie die Einschlagstelle in
Mexiko. Eugene Gurov von der National Academy of Ukraine und Simon P. Kelley von der britischen Open University haben
den 24 Kilometer breiten Krater in der Ukraine untersucht. Bisher ging man davon aus, dass dort vor 73 Millionen Jahren ein
Himmelskörper niederging. Die beiden Forscher schreiben nun in "Meteoritics and Planetary Science", die Datierung sei um
acht Millionen Jahre zu weit nach hinten gerutscht. Der Boltysch-Krater ist ihrer Meinung nach "nur" 65,2 Millionen Jahre alt.
Damit kommt der ukrainische Krater dem Entstehungszeitpunkt des mexikanischen Chicxulub-Kraters, der auf 65,5 Millionen
Jahre geschätzt wird, erstaunlich nahe. Beide Datierungen sollen auf 600.000 Jahre genau sein. Gegenüber dem Magazin
"Sky & Telescope" sagte Kelley, möglicherweise habe es eine ganze Reihe ähnlicher Einschläge gegeben; er schränkt
allerdings ein: "Natürlich liegt die zufällige schnelle Folge von zwei großen Einschlägen nicht außerhalb des Möglichen."
Gurov und Kelley halten es trotzdem für wahrscheinlicher, dass innerhalb relativ kurzer Zeit mehrere Himmelskörper auf
die Erde stürzten - möglicherweise, weil ein Kometenschwarm die Bahn unserer Erde kreuzte. Bedenkt man, dass die
Erdoberfläche zu etwa 70 Prozent mit Wasser bedenkt ist, sind statistisch gesehen drei zeitgleiche Einschläge auf den
Meeren nicht unwahrscheinlich. Diese hätten ebenfalls große Auswirkungen auf das Klima der Erde gehabt. Fünf
Einschläge in dichter Folge würden besser als ein einzelnes Ereignis erklären, warum Flora und Fauna zum Ende der
Kreidezeit einen solch deutlichen Einschnitt erfuhren.
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Quelle: "Sky & Telescope", 13.9.2002
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